Zu diesem Anlass lädt „Rade integrativ“ in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Oberbergischer Kreis e.V. zu einem Informationsnachmittag in die Jugendräume Bürgerhaus, Schloßmacherstraße 4-5, in Radevormwald ein
Das erworbene Immundefektsyndrom AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome), ausgelöst durch das Humane Immundefizienz - Virus (HIV), ist nach wie vor unheilbar und verläuft tödlich. In Deutschland lebten Ende 2007 etwa 59.000 Menschen mit HIV, bei 8.700 Menschen war AIDS bereits ausgebrochen. 80% der Menschen mit HIV in Deutschland sind Männer, etwa 400 Kinder.
Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Zu diesem Anlass lädt „Rade integrativ“ in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Oberbergischer Kreis e.V. zu einem Informationsnachmittag in die Jugendräume Bürgerhaus, Schloßmacherstraße 4-5, in Radevormwald ein:
Sonntag, 30. November 15 bis 20 Uhr Angesprochen werden Jugendliche von 14 bis 21 Jahren sowie Eltern geistig behinderter Jugendlicher, die sich informieren möchten.
Um 15 Uhr beginnt der Nachmittag mit dem Spielfilm „Philadelphia“, in den Hauptrollen Tom Hanks und Denzel Washington. Eingebettet in eine anspruchsvolle Geschichte geht es um die gesellschaftliche Zurückweisung, der Menschen mit HIV-Infektion bzw. AIDS im Alltag ausgesetzt sind sowie um Berührungsängste im Umgang mit Betroffenen. Und es geht darum, wie sich Befangenheiten und diskriminierende Verhaltensweisen durch zeitgemäße Informationen über die Krankheit zum Positiven hin verändern lassen.
Denn da gibt es immer noch große Defizite! Zum Beispiel weiß auch heute noch nicht jede/r, dass AIDS nur über den Austausch von Körperflüssigkeiten (allen voran Blut und Sperma) übertragbar ist und nicht etwa durch Händeschütteln, Umarmungen, das gemeinsame Benutzen von Toiletten, Schwimmbädern usw.
Frau Anke Callegari von der AIDS-Hilfe Oberbergischer Kreis e.V. steht den Jugendlichen von 17 bis 19 Uhr für Gespräche zur Verfügung, beantwortet offen(e) Fragen und gibt Denkanstöße zum Thema HIV und AIDS. Wenn gewünscht natürlich auch unter vier Augen! Das Motto „Verantwortung übernehmen - für sich selbst und für andere!“ ist dabei stets im Mittelpunkt.
Die Mitarbeiterin der AIDS-Hilfe weiß, dass Partnerschaften im Jugendalter oft sprunghaft sind und es nicht selten schon nach eher oberflächlichen Bekanntschaften zu spontanen sexuellen Kontakten kommt. Es kann manchmal überstürzt und recht schnell „zur Sache gehen“. Viele junge Menschen sind für die korrekte Benutzung von Kondomen jedoch nur ungenügend sensibilisiert oder sie trauen sich nicht, das Thema zu gegebener Zeit anzusprechen.
Ein Manko, das mitunter fatale Folgen haben kann… Denn man sieht es einem Menschen nicht an, ob der HIV-positiv ist oder nicht. Und immer noch bietet beim Sex allein die richtige Verwendung von Kondomen Schutz vor dem Immunschwächevirus und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Nur: Das muss man wissen, es sich immer wieder vor Augen führen und es verinnerlichen! Um Wissenslücken zu schließen und für das Thema Verhütung zu sensibilisieren wird Frau Callegari u.a. den Umgang mit Kondomen erklären.
Auch in der Arbeit der Lebenshilfe sind die Themen Sexualität und AIDS wichtig!
Zum einen gibt der Bundesverband in seinem Grundsatzprogramm (*), verabschiedet von der Mitgliederversammlung am 10.11.1990, ein klares „Ja“-Signal zu den Bereichen Partnerschaft und sexuelle Selbstbestimmung. Handelt es sich doch um menschliche Grundbedürfnisse, die auch für Menschen mit geistiger Behinderung mit positiven Werten wie zum Beispiel Liebe, Nähe, Zärtlichkeit und Sinnlichkeit verbunden sind.
Leider sind Menschen mit geistiger Behinderung jedoch überdurchschnittlich häufig Opfer von Übergriffen gegen die sexuelle Selbstbestimmung und damit sind sie verstärkt der Gefahr einer HIV-Infektion ausgesetzt.
Die Lebenshilfe sieht darum zum anderen eine besondere Aufgabe und Verantwortung darin, durch sexualpädagogische Begleitung und Informierung ein Erziehungs- und Bildungsverhalten zu unterstützen, das Menschen mit geistiger Behinderung vor sexuellen Übergriffen und der Bedrohung durch AIDS schützt bzw. AIDS-Risiken vermeidet - ohne die sexuelle Selbstbestimmung einzuschränken!
Darum wird Sabine Maurer, Leiterin des Lebenshilfe-Projektes „Rade integrativ“, den Thementag von 15 bis 20 Uhr mit Stellwänden, kostenlosen Informationsmaterialien sowie Büchertischen zum Thema AIDS (insbes. Kinder- & Jugendliteratur, unterstützt durch die Berg. Buchhandlung) und zum Thema „Sexualität und geistige Behinderung“ ergänzen.
Sie möchte damit alle Interessierten und vor allem auch Eltern von Jugendlichen mit geistiger Behinderung ermutigen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich mit kostenlosen Informationsmaterialien zu versorgen.
Zuletzt aktualisiert am: 13.11.2008. Dieser Artikel wurde bereits 136 Mal gelesen (Stand 0.00 Uhr am: 06.01.2009).
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